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  • Stefanie Franke

Urlaub in der Sonne - nicht immer..

Aus gegebenem Anlass werde ich nun ein paar Zeilen über eines der größten Themen eines jeden Urlaubs schreiben, das WETTER!


Wie wird denn das Wetter? - Diese Frage hört man vor allem als Outdoor Guide unzählige Male. Natürlich spielt es für einen Bike oder Hike Ausflug eine Rolle, wie das Wetter werden soll, aber wir haben darauf genau so wenig Einfluss wie alle anderen Menschen auch. (Und das ist auch gut so.) Es gibt viele Antworten auf diese Frage, meine liebste ist: „Das seht ihr am Morgen, wenn ihr zum Frühstück geht und bitte dann auch dementsprechend anziehen.“ Natürlich gebe ich auch gern den aktuellen Wetterbericht weiter, aber in einigen Ländern kann sich das Wetter sehr schnell ändern, denn wir befinden uns immer am Meer. Auch kann im Laufe eines Tages sehr viel passieren, deshalb sollte man auf mehrere Eventualitäten vorbereitet sein. Dem Sprichwort: „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.“ Stimme ich zwar Größtenteils zu, dennoch gibt es ein paar Ausnahmen. Einige davon habe ich erlebt und eben diese möchte ich nun mit euch teilen.

Die momentanen Temperaturen von über 30°C erinnern mich an meinen letzten Winter, welchen ich in Asien verbrachte. Schon im Orient stiegen die Temperaturen stark an, sodass man sich daran erst einmal gewöhnen musste, auch bei diesem Wetter Rad zu fahren. Es war aber nicht ganz so schlimm wie erwartet, denn der Fahrtwind auf dem Rad kühlt relativ gut ab. In Sri Lanka erlebte ich dann, wie sehr Hitze, Smok, Verkehr und ein Tag in der Sonne, Einfluss auf den Körper haben können. Bei um die 35°C in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, zwischen unzähligen TukTuks knapp 60 km mit dem Rad zu fahren, war dann schon gar nicht mehr schön. Da half auch kein Wasser, Energy-Riegel oder Traubenzucker mehr um den Kreislauf hoch zu halten; die Erleichterung, als wir am klimatisierten Schiff ankamen, war unvorstellbar.

In Malaysia und Thailand waren die Temperaturen von um die 30°C und die Luftfeuchtigkeit von 70-80% relativ gut aushaltbar, wenn man sich ein paar Tage akklimatisiert hat.


Extrem empfand ich es aber in Singapur, wo die Luftfeuchtigkeit bis zu 90% war.

Man schwitzte schon, wenn man nur 2 Meter gelaufen ist, nun kann man sich denken, wie es auf dem Fahrrad war, wenn es dann auch noch Bergauf ging. Ich schwitzte an Stellen, wo ich nicht einmal wusste, dass man da schwitzen kann (Schienbeine, bevor ihr etwas Falsches denkt). Aber Singapur war sowieso sehr speziell, was das Wetter anging.

Am Morgen konnte die Sonne scheinen und ein paar Stunden später verdunkelte sich der Himmel stark und ein Gewitter mit Monsunregen brach über der Stadt zusammen. In Deutschland ist dagegen der Regen nur Niesel-Regen. Auf der einen Seite war dieser Starkregen immer eine willkommene Abkühlung zu den hohen Temperaturen, auch wenn der Regen warm war und die Luft sich nicht wirklich abkühlte. Auf der anderen Seite wurde es unangenehm, wenn es einen so sehr ins Gesicht geregnet hat, dass man nichts mehr sah oder die Sonnencreme in die Augen lief. :D Auch mussten wir Touren abbrechen, da die Straßen dann unter Wasser standen und somit die Sicherheit stark beeinflusst wurde. Singapur war also in dieser Hinsicht immer eine Wundertüte, wir haben oft dort angelegt und fast immer hat es einmal kurz und heftig geregnet. Zu dieser Zeit musste man aber eh mit Regen rechnen, denn es war Monsunzeit und so wie wir Europäer es und vorstellen war es auch.


Es gibt also diese Gebiete, in den es unfassbar warm ist und man sich kaum bewegen möchte, dazu zählt auch die Karibik oder im Sommer das Mittelmeer. Zudem hatte ich schon sehr warme Tage in Skandinavien, wo die Touren auch einige Höhenmeter haben und man dann natürlich ebenso ins Schwitzen kommt. Aber es gibt auch das komplette Gegenteil, Tage an denen es sehr kalt wird oder sogar während der Tour anfängt zu schneien. So einen Tag erlebte ich Ende Oktober 2018 in Oslo.


Schon am Morgen, als die Tour startete, war es sehr kalt, das Thermometer zeigte -4°C an, aber die Sonne schien und schließlich bewegt man sich ja beim Radfahren. Also zog ich drei Paar Socken, zwei Hosen, und 4 Schichten an Shirts und Jacken an. Natürlich durften Mütze, Tuch und Handschuhe nicht fehlen. Dies war auch die richtige Entscheidung, denn schon auf dem ersten Teil der Strecke konnte man große Wolken am Himmel erkennen. Bei unserem Stopp am Museum, flüchteten wir Guides und einige Gäste sich in ein Café, neben die Heizung, auf welcher wir unsere Sachen wärmten und tranken währenddessen heiße Schokolade um auch von innen wieder auf Temperatur zu kommen. Doch leider mussten wir von dort aus wieder zum Schiff fahren, kaum saßen wir auf unseren Rädern, fing es auch schon an zu schneien. Nicht allzu stark, aber man spürte und sah es. Dies war schon ein etwas komisches Gefühl, bei diesen Witterungsbedingungen mit dem Rad unterwegs zu sein, aber natürlich auch Erlebnis, welches man nicht vergisst. Am Abend konnte man dann den Glühwein auf dem Pooldeck umso besser genießen.


Eine weitere Wetterlage, die nicht ganz ideal zum Radfahren ist, ist der zuvor schon erwähnte Regen. In Asien mag dies noch angenehm sein, aber in anderen Teilen der Welt sieht es zu bestimmten Jahreszeiten auch anders aus. Zum Beispiel im Herbst oder Frühling in Westeuropa. Das Englische-Wetter ist uns ja alle bekannt, aber auch in Belgien ist es zu diesen Jahreszeiten nicht groß anders. Im November die Strecke von Zeebrügge nach Brügge zurück zu legen kann auch schon aufgrund des Windes unangenehm sein. Diese Tour aber bei Wind und Regen zu fahren ist schon nicht mehr schön. Für mich war es damals der erste Anlauf in Zeebrügge und somit musste ich so oder so los mit den anderen Guides die Strecke erkunden. Also stellten wir es den Gästen frei, ob sie die Radtour machen möchten oder auch nicht. Zwei Gäste waren so mutig und wollten die Tour unbedingt mit uns fahren, also ging es zu 4. auf nach Brügge. Schon nach den ersten 10 km hatte ich nasse Hände, da die Handschuhe natürlich nicht wasserfest waren, auch fingen die Schuhe langsam an Wasser durch zu lassen, so „herrlich“ regnete es. In Brügge angekommen, waren auch die beiden Gäste nicht mehr so gut drauf, wie zu Beginn, denn die Dame hatte einen Jeanshose an, welche natürlich komplett nass war und nun schwer und eng an ihren Beinen anlag. Somit beschlossen wir direkt wieder zum Schiff zurück zu fahren.

Da ich noch nie in der Stadt war, meine Kollegin die Tour auch schon lang nicht mehr gefahren ist und der Regen die Sicht auf das Navi auch noch trübte, verfuhren wir uns noch ein kleines Stück, bis wir aber endlich am Schiff ankamen und man sich der komplett nassen Sachen entledigen und heiß duschen konnte.

In meinen Schuhen stand das Wasser, mein Spickzettel, welchen ich in meiner Jacke unter der Regenjacke aufbewahrte, konnte man nicht mehr entziffern und auch meine Haare hätte ich direkt waschen können. Wie gesagt, dann doch lieber Regen in Singapur bei Hitze.




An eine andere besondere Wetterlage kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Es war auch während meines ersten Vertrages in der Ostsee – Nebel in Helsinki. Zu Beginn der Tour geht es erst einmal durch die Stadt, dort sieht man bei verschiedenen Stopps einige der Sehenswürdigkeiten. Nur leider an diesem Tag nicht, denn mehr als 50 m weit konnte man nicht gucken. Aber meine Gruppe war so super drauf, dass dies der Stimmung keinen Abbruch tat. Ich zeigte ihnen die Eisbrecherflotte und auch das berühmte Riesenrad der Stadt, welches 2 Sauna-Gondeln hat, auf dem Handy, damit sie wussten, was sie hätten sehen sollen. Bei dem zweiten Teil der Tour geht es aus der Stadt etwas raus, über kleine Inseln. Dort verbreitete der Nebel ein besonderes Flair, denn wenn man über die Brücken fuhr und nur das Wasser direkt daneben sah, den Nebel obendrauf und ringsherum nichts anderes, war es schon ein besonders Gefühl, wie in einem guten Buch, nicht gruselig, nur besonders. Wie gesagt, die Gäste sahen die Sache sehr entspannt, die Stimmung war super gut und solch eine Tour macht man ja auch nicht alle Tage.


Man sieht also, man kann bei jedem Wetter irgendwie Spaß haben, aber es gibt auch Tage, an denen man nicht sehr gern raus möchte um Fahrrad zu fahren. Ich habe mich aber darauf eingestellt bei jedem Wetter fahren zu können und ein paar Tricks lernt man auch mit der Zeit, damit man nicht zu sehr friert, schwitzt oder ähnliches. Auch ist das ideale Wetter für jeden ein anderes, der eine mag es lieber sonnig und warm und der andere lieber bedeckt und kühl. Somit kann man es nie allen Menschen recht machen, also muss man dann doch seine Kleidung anpasse. ;)


In diesem Sinne, genießt die Sonne am Wasser oder bei einem Eis, bleibt gesund und lasst es euch gut gehen!


Eure Steffi

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