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  • Stefanie Franke

Transreisen aus meiner Sicht

Tom hat ja schon einiges über Transreisen geschrieben, ich möchte euch gern mal meine Erfahrungen diesbezüglich mitteilen.


Ich hatte das Glück im letzten Jahr insgesamt drei Transreisen mitmachen zu dürfen. Einmal von Mallorca nach Hamburg, welche um einiges schöner ist, als sie sich vielleicht im ersten Moment anhört. Die Zweite war von Warnemünde nach New York, welche ein absolutes Highlight war. Und zu guter Letzt habe ich (mit Tom gemeinsam) einen Teil der langen Transreise nach Bangkok mitgemacht, zugestiegen bin ich dabei auf Mallorca.


Nun beginne ich einfach mal mit der ersten Transreise von Mallorca nach Hamburg. Diese führte unter anderem über Porto, Ferrol und Dover, natürlich auch liefen wir auch noch viele andere Häfen an, aber bei diesen, gab es für mich ganz besondere Erlebnisse, welche ich gern mit euch teilen möchte.

Auf Porto freute ich mich sehr, denn ich muss sagen, dass ich Portugal wirklich toll fand, aber außer Lissabon und Umgebung noch nicht viel gesehen hatte. In Porto wurde ich dann auch nicht enttäuscht, denn diese Stadt ist, meiner Meinung nach, die schönere der beiden Städte. Diese schönen Häuser mit den kleinen Fliesen, die so typisch für dieses Land sind, kann man überall finden. Die kleinen verwinkelten Gassen, die auf und ab gehen und die tolle 2 stöckige Brücke sind schon wirklich richtig schön. Am Morgen betrachtete ich diese Stadt bei einem Ausflug zu Fuß und am Nachmittag fuhr ich die Strecke mit zwei meiner Kollegen noch teilweise erkunden, was sich wirklich beides mehr als gelohnt hat.


Nun kommen wir zur spanischen Hafenstadt Ferrol. Dieser Hafen ist einer von Zwei, von welchen aus man nach Santiago de Compostela fahren kann. Ich hatte das Glück, einen dieser Ausflüge dorthin begleiten zu dürfen und konnte mir auch somit die Kathedrale am Jakobs-Weg anschauen. Da einige meiner Kollegen und ich etwas Freizeit in der Stadt hatten, nutzten wir die Zeit um uns ein letztes Mal in Spanien zu stärken und wie ginge das besser als mit Tapas. Ich muss sagen, da wir den gesamten Winter in Spanien und Portugal verbrachten, hatte ich schon einiges der regionalen Küche dort probieren können, aber die Tapas in Santiago waren mit Abstand die Besten! Frische Jakobsmuscheln am Ende (nicht ganz das Ende, ich weiß) des Jakobsweges zu essen, leckeren Käse und Schinken und die allseits beliebten Kartoffeln mit Aioli dazu, war ein Festmahl. Natürlich war das Flair der Stadt und die Stimmung die dort herrschte auch etwas ganz besonderes, aber das Essen ist für uns Crewmitglieder immer etwas Besonderes außerhalb des Schiffes.

Zu guter Letzt kommen wir zu Dover. Diese Stadt ist ja bekannt für die weißen Kreidefelsen und das oberhalb der Stadt gelegene Dover-Castle. Beides natürlich auch Stationen auf der Radtour, was die Tour schon zu einer der schwierigeren macht. Mit dem Pedelec, wie wir es nennen, das Fahrrad mit Rückenwind, geht die Strecke noch etwas weiter, in das kleine Städtchen Deal. Dieses kleine Küstenstädtchen erfüllt die Träume eines jeden Britannien Fan, an klaren Tagen kann man von dort aus auch das etwa 40 km entfernte Frankreich sehen. Die Geschichte, welche mir von diesem Hafen in besondere Erinnerung geblieben ist, begann auf dem Weg von Deal zu den Kreidefelsen. Angekommen auf dem Aussichtspunkt oberhalb der Felsen, teilte mir ein Gast mit, dass er einen platten Reifen habe. Dies stellt an sich im Normalfall kein größeres Problem dar, so auch diesmal. Der kaputte Schlauch am Vorderreifen war schnell ausgetauscht und der große Dorn, welcher die Ursache des ganzen war, schnell beseitigt. Damit dachte ich, wäre es mit Zwischenfällen für diesen Tag erledigt gewesen. Nach einigen Kilometern bemerkte aber auch ein weiterer Gast, dass sein Vorderrad Luft ließ. Auch hier war der Grund dafür ein Dorn, anscheinend fuhren wir auf dem Weg zu den Kreidefelsen durch Geäst, welches die Platten an den Rädern verursachte. Aber auch dies war kein Problem, denn ich hatte noch einen zweiten Ersatzschlauch in der richtigen Größe mit. Doch als auch der dritte Gast einen Dorn in seinem Fahrradmantel entdeckte, kam ich langsam ins Schwitzen. Doch glücklicherweise, entwich aus seinem Reifen keine Luft, sodass er bis zum Schiff mit dem Dorn im Reifen fahren konnte. Später, beim beladen der Räder auf das Schiff, bemerkte ich noch ein weiteres Fahrrad mit einem platten Vorderreifen. Somit kann ich mich gut an der Tag mit den vier Platten in Dover erinnern und wahrscheinlich werde ich das nächste Mal, wenn ich dort bin auch mehr als 2 Ersatzschläuche einpacken.



Die zweite Transreise, welche ich im September letzten Jahres machen durfte, ging von Warnemünde über Norwegen, Island, Grönland und Canada nach New York. Ich muss sagen, dass es für mich ein riesiges Highlight war, natürlich auch anstrengend, aber zu dieser Zeit hatte ich ein super Biketeam, welches zwar klein, aber sehr fein war.

Island war schon immer ein Traum von mir, welcher sich nun endlich erfüllt hatte.

Am Morgen erkundete unser Biketeam die Fahrradstrecke durch die Hauptstadt Reykjavik, die auch schon einige Highlights zu bieten hatte, wie die Hallgrimskirche oder die vielen Hasen, welche man auf dem Weg herum hoppeln sah. Am Nachmittag durfte ich einen Ausflug begleiten, welcher zum Golden Circle ging. Dabei fuhren wir Highlights wie den Gullfoss Wasserfall, den großen Geysir und den Thingvellir-Nationalpark an. Alles Orte, die bei einem Islandbesuch auf der Liste stehen sollten! Leider hatte man durch die Vielzahl der Stopps nicht all zu viel Zeit vor Ort, aber es gab genügend Informationen auf der Busfahrt. Dazu muss ich noch sagen, dass es mein erster Ausflug war, auf welchem ich übersetzten musste, da es nicht genügend deutschsprachige Reiseleiter gab. Zu Beginn war das eine große Herausforderung, aber nach einigen Stunden, war auch dies kein Problem mehr und die Gäste waren Dankbar.


Weiter ging es mit dem Schiff durch den Prinz-Christian-Sund in Grönland in das kleine Örtchen Qaqortoq, von uns auch liebevoll Quakiquak genannt, da man einen Abschluss benötigt um den Namen richtig aussprechen zu können. Wie gesagt, bei knapp 3.000 Einwohnern gab es nicht viele Straßen, welche man mit dem Fahrrad abfahren konnte, aber dort wo es ging, fuhren wir auch lang und es hat sich mehr

als gelohnt. Denn nicht nur die schönen bunten Häuser, der Blich auf die Bucht vor der Stadt, sondern auch der Blick ins Inland waren atemberaubend. Für die dortigen Verhältnisse war es an diesem Tag warm, sage und schreibe 6°C, bei diesen Temperaturen verteilten wir natürlich Tee für die Gäste, welche auf die Tenderboote warteten. Aber auch die Einheimischen freuten sich über das ein oder andere warme Getränk.


Ein weiterer Traum erfüllte sich auf der Fahr in Richtung Nordamerika. Denn mit einmal klingelte spät abends das Telefon auf unserer Kabine, meine Mitbewohnerin und ich hatten im ersten Moment keine Lust den Anruf anzunhemen, aber kurz danach klopfte es an der Tür und Kollegen von uns standen aufgeregt davor. Es gab Polarlichter zu sehen! Also zogen wir uns schnell etwas Warmes über und es ging raus auf das Crewaußendeck. Ich muss sagen, auch wenn sie nicht sehr stark waren, dieses Naturschauspiel war wunderschön und ich konnte es kaum glauben, dass wir so viel Glück hatten es mit eigenen Augen zu sehen.

Leider konnten wir auf der Riese St. John´s in Neufundland wetterbedingt nich anlaufen, aber auch so etwas kommt vor und die Sicherheit und Gesundheit der Passagiere und Crew hat immer Vorrang.

Ein Hafen auf dieser Reise, welcher mich wirklich positiv überraschte war Bar Harbor. Leider verlief die dortige Einreise in die USA nicht allzu geschmeidig, aber die leichte Verspätung der Radtour war für uns kein Problem. Der Lokale Guide führte uns durch den Acadia-Nationalpark, welcher wirklich wunderschön ist. Es war der Beginn des Indian Summer, einige Bäume waren schon rot verfärbt, aber ein paar Wochen später wird es wohl noch schöner gewesen sein. Nach dieser schönen Tour, aßen wir Guides mal wieder in einem lokalen Restaurant. Es gab Lobster in verschiedenen Varianten, welcher dort frisch gefangen wird vor der Küste, der mir wirklich gut geschmeckt hat, aber das kulinarische Highlight war der frische Blaubeerkuchen, welchen wir es dort natürlich auch gab.


Ein weiteres Erlebnis, welches ich nie vergessen werde, war das Einlaufen in New York. Leider war dies auch mein letzter Tag an Bord, weshalb ich in dieser tollen Stadt nicht von Bord gehen durfte, die amerikanischen Behörden haben da besondere Regeln. Daher wollte ich vom Einlaufen keine Sekunde verpassen und war als erste um 4:50 Uhr auf dem Crewsonnendeck. Um diese Uhrzeit war es natürlich noch dunkel und ruhig, doch das änderte sich sehr schnell in der nächsten Stunde. Schon vom Weiten sah man die Stadt die niemals schläft am Horizont glitzern und glänzen. Gegen 6 Uhr war es soweit und wir fuhren unter der Verrazano-Narrow Bridge durch, als nächstes ging es an der Freiheitsstatue vorbei bis ins Herzen der Stadt, nach Manhatten, wo wir schlussendlich anlegten. Wie gesagt, leider durfte ich nicht von Bord und somit war der Transfer zum Flughafen das einzige, was ich zu sehen bekam und das machte Lust auf mehr. Somit ist klar, da muss ich noch einmal hin.



Die dritte Transreise, welche ich gemacht habe im letzten Jahr, führte mich von Mallorca nach Bangkok. Wie Tom schon schrieb, ging es über Malta, Griechenland durch den Suez-Kanal nach Jordanien, weiter über das Rote Meer in den Oman und Dubai, bevor es dann über die Malediven und Sri Lanka nach Kuala Lumpur, Singapur, Vietnam und Kambodscha nach Thailand ging.

Ich möchte euch nur über ein paar dieser vielen tollen Häfen berichten. Einer davon ist

Aqaba, in Jordanien. Dort lagen wir zwei Tage im Hafen, den ersten davon begleitete ich eine Jeeptour durch das Wadi Rum im Sonnenuntergang mit anschließendem Abendessen in der Wüste. Wer sich wie ich für Landschaften und Steine begeistern kann (wie die Kreidefelsen in Dover, Stonehenge oder Etretat) ist dort genau richtig, es war beeindruckend.

Am zweiten Tag ging es für mich auf einen Schnorchelausflug an einen Strand am Roten Meer, welcher auch super war. Ein wenig im Pool schwimmen, die Sonne am Strand genießen und die Unterwasserwelt, welche dort wirklich vielfältig war zu entdecken, bescherte mir einen wunderschönen Tag, welcher mich fast an Urlaub erinnerte.

Ein weiterer Hafen, welcher schöner war als gedacht, war Salalah im Oman. Ich lernte dort so viel über die herzlichen Menschen, in diesem für mich bisher völlig fremden Land und ihre Kultur. Mein Reiseleiter war ein sehr freundlicher Mann, welcher auch sehr gut englisch sprach, was es für mich auch einfach machte zu übersetzten. Auf einem Bazar dort, probierte ich auch einmal Weihrauch, denn den kann man nicht nur räuchern, sondern auch kauen wie Kaugummi und die Omanis machen dies auch. Es war eine Erfahrung wert, aber ich bleibe doch lieber beim altbewehrten Kaugummi.


Natürlich waren die Malediven das Ziel auf der Reise, auf welches wir uns alle freuten. Auch ich wollte dieses Paradies einmal mit eigenen Augen sehen und muss sagen, ja es ist traumhaft schön, aber ich würde dort nicht noch einmal hin fliegen. Ich verrate euch auch warum. Die Malediven bestehen aus viele Inseln, auf welchen sich meist ein Resort befindet, die Meisten davon sind auch wirklich mehr als schön. Man hat kleine Bungalows, weiße Sandstrände, kristallklares Wasser und seine Ruhe. Doch ich denke, ich würde mich nach spätestens vier Tagen dort Langweilen. Klar kann man mal schnorcheln oder tauchen gehen, was ich am zweiten Tag auch tat, aber kulturelle Highlights gab es nicht wirklich und um mich an einen traumhaften Strand zu legen, würde ich nicht so lange fliegen, denn die gibt es auch in Europa (Mondello auf Sizilien zum Beispiel). Aber das muss jeder für sich selber entscheiden, dies ist meine ganz persönliche Meinung und die Erfahrung möchte ich um nichts missen.

Zum schnorcheln und tauchen auf den Malediven ist noch zu sagen, die Fischwelt ist noch sehr vielfältig, auch sah ich zwei Riffhaie neben mir schwimmen, was ein besonderes Gefühl war, doch leider ist ein Großteil der Korallen abgestorben und ich selber bekam keine bunten, lebenden Korallenriffe zu sehen.


Auf der Transreise nach Bangkok gab es noch zwei Häfen die mir in Erinnerung geblieben sind, Phu Quoc und Sihanoukville. Beginnen wir der Reihenfolge nach mit dem vietnamesischen Hafen Phu Quoc. Trotz des Tenderchaos dort, da die örtlichen Gegebenheiten nicht auf so große Kreuzfahrtschiffe ausgelegt sind, einer zweistündigen Verspätung des Ausfluges und natürlich auch einer etwas längeren Zeit des zurück-an-Bord-kommens ist mir der Hafen in guter Erinnerung, denn ich begleitete mit einer Kollegin einen Ausflug zu einem wundervollen Strand-Resort. Wir verbrachten dort eine wundervolle Zeit in der Anlage und die Gäste wurden für den ganzen "Stress" des Tages entlohnt. Ich glaube dieser Tag ist nicht nur mir, sondern auch Tom in sehr guter Erinnerung. ;)

Zu guter Letzt erwähne ich nur kurz den Hafen in Kambodscha. Diplomatisch ausgedrückt, kann man dort sehen, warum dieses Land zu einem der ärmsten Länder der Welt gehört, es fehlt an Infrastruktur, was negativ für die Fahrradtour war. Wenn man damit umgehen kann, dann gibt es wohl auch in diesem Land wundervolle Ecken zu entdecken. Es sind nicht alle so privilegiert wie wir, was einem an solchen Tagen dann immer wieder bewusst wird.



Wie man vielleicht auch etwas herauslesen kann, war die letzte Transreise in jeder Hinsicht besonders, aber auch sehr anstrengend, da man jeden Tag einen neuen Hafen hat und vor allem wir als Ausflugsabteilung, haben dabei mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, dies ist bei jeder Transreise das gleiche. Doch ist es auch immer wieder ein super Erlebnis und ich habe mich immer darauf gefreut und würde diese "Überraschungsreisen" nicht missen wollen.



Ich hoffe ihr hattet auch etwas Spaß beim Lesen und habt etwas Fernweh bekommen, so wie ich.









Bis Bald! Steffi


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