Suche
  • Hanna Veers

Haifischbar


Moin Moin,

Heut erzähle ich euch nen neuen Schwank aus der Bar.

Wenn das Schiff den Reiseort wechselt, sagen wir mal von den Kanarischen Inseln hoch in die Nordsee, sind wir gut und gerne bis zu 3 Wochen unterwegs mit vielen interessanten Städten auf dem Weg. Casablanca und Le Havre (Paris) sind nur zwei der vielen wunderschönen Ziele und da diese Trans- Reisen nicht allzu oft gefahren werden ist es auch sehr spannend für die Crew die Städte zu erkunden. Der Mittagsschlaf fällt halt mal aus, wenn man die Möglichkeit hat Lissabon zu erkunden.

Da diese Reisen fast so viele Seetage wie Hafentage haben und man als Gast auf dem Schiff auch nur so viel entdecken, essen oder kaufen kann, was vorhanden ist, ist es die Aufgabe der Crew die Gäste zu unterhalten und in Kooperation mit dem Entertainment Team werden Veranstaltungen geplant, die es sonst nicht gibt. Deswegen haben wir dann auch Gastkünstler an Bord, die nachmittäglichen Unfug treiben und ihre Hauptshow am Abend haben.


Ich erinnere mich noch, auf meiner ersten Reise haben wir die oben beschriebene Trans- Reise gemacht und hatten einen sehr bekannten Hamburger Kabarett Darsteller an Bord und im Laufe eines Tages wurde die Bar in der ich gearbeitet habe zur beliebten Hamburger "Haifischbar" umgebaut. Überall waren Fischernetze, Holzkisten und maritime Deko und wir wurden beauftragt Rum und Whiskey Flaschen zu sammeln, die am Abend dann für Show-Zwecke gefüllt wurden.

Nach dem Abendessen und der Show im Theater füllte sich dann die Haifischbar mit Gästen und Crew. Normalerweiser müssen wir als Crew unser Namensschild und einen sogenannten "Leisure- Pin" tragen, wenn wir uns um Gästebereich aufhalten. Nicht heute - meine Kollegen aus anderen Bereichen wurden von ihren Managern eingeladen sich aus dem Kostüm-Fundus zu bedienen und wie die sich bedient haben - mein lieber Scholli. Wir hatten Bauarbeiter, leichte Damen, deren Kunden und Zuhälter, eine Gruppe Punks, die sich gezofft haben, Penner und natürlich Touristen. Als es dann los ging war die Bar gerammelt voll mit durstigen Gästen, sodass wir erst nichts mitbekommen haben von der Show, bald war dann aber das Programm interessanter als Getränke. Der Gastkünstler hat den Abend als Moderator gestaltet und das Publikum - jung, alt, Gast, Crew- hat mit dem Shanty Chor mitgesungen und geschunkelt. Das Highlight für mich war die Gruppe Sänger, die eine super Show hinterlegt haben und den Song " Big Spender" habe ich bis heute nicht wieder so gehört.


Vielleicht war ich so verzaubert von dem Abend weil es meine erste Haifischbar war, vielleicht war es aber generell eine geniale Stimmung, die ich bis heute in Erinnerung habe. Und das ist es, was die Seefahrt so besonders macht: Erinnerungen, Kollegen die zu Freunden werden und Erfahrungen, die ich nicht gemacht hätte, wäre ich in Deutschland an der Bar geblieben.


Bis bald


144 Ansichten