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  • Hanna Veers

Geschichten aus der Bar



Bevor ich anfange aus dem Nähkästchen zu plaudern, möchte ich mich erstmal vorstellen:

Ich bin Hanna und habe Tom in mehreren Vertragen getroffen. Als Bar Mitarbeiter habe ich ihn oft Nachmittags mit einem Frühstückskaffee und bei Pool parties mit anderweitigen Getränken versorgt. Nach mehreren Jahren auf dem Schiff habe ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge vom Schiffsleben verabschiedet und bin nach Schottland gezogen. Das war vor vier Jahren.

Nachdem ich Tom’s Blog gelesen habe, sind wir ins Gespräch gekommen und haben festgestellt, dass man als Bar Mensch oftmals ganz andere Einblicke in die Gastwelt bekommt, ob man es will oder nicht.

Nun muss ich mich entscheiden, was Publikums Reif ist und was besser in meinen Erinnerungen aufgehoben ist.

Kurzreisen

Die durchschnittliche Rundreise beträgt sieben bis 14 Tage, je nachdem wo wir gerade unterwegs sind.

Und dann gibt es Kurzreisen...Die sind drei oder vier Tage lang, starten von Palma de Mallorca und sind reines Chaos. Meistens sind es Gruppen, die ein feucht-fröhliches langes Wochenende geplant haben und glaubt mir, wenn Gerlinde‘s Strickclub, Werner’s Kegelfreunde und Rainer’s Junggesellenabschied aufeinander treffen, dann geht’s rund.

Ein gewöhnlicher Tag startet mit Rainer und seinen acht Freunden um 9 Uhr früh an der Bar – der Kater verlangt nach einer Bloody Mary, nicht nach Frühstück. Es dauert nicht lange und es werden acht Corona bestellt (das Bier natürlich 😉), die innerhalb von Minuten leer sind. Kleiner Vorschlag von mir „Jungs, wir wär's mit ner Kiste?“ Ich habe nämlich nur einen anderen Kollegen an der Bar und die ist voll mit durstigen Gästen.

Um zehn fangen zwei weitere Kollegen an, einer wird direkt in die Bar zum helfen beordert, der andere kümmert sich um die drei übervolle Trolleys mit Nachschub. (Eine Ladung von mindestens dreien uber den Tag verteilt)

Jetzt fragt ihr euch sicherlich, warum sind nicht mehr Leute zum Dienst eingeteilt? Nun ja, die Parties gehen meistens bis morgens um 5 und die Bar Crew soll wenigstens ein paar Stunden Schlaf bekommen.

Zur Mittagszeit kommen wir Früh- dienstler gerade noch rechtzeitig in die Messe um was zu essen, dann fallen wir in unsere Kojen, um in ein paar Stunden wieder zum Dienst zu erscheinen.

So zieht sich der Tag hin und jeder ist froh, wenn die ca. Sechs Wochen rum sind.

Ein grosser Dank geht hier an die Kollegen vom Entertainment department, die oft in ihrer Freizeit zur Hilfe gekommen sind und uns mehr als einmal den Allerwertesten gerettet haben.




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