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  • Tom Kareto

Aktueller denn je...


sind die Hygienevorschriften an Bord. Durch die aktuellen Ereignisse rund um Fleischereibetriebe und die Ausbreitung des Corona-Virus, werde ich heute mal über ein etwas ernsteres Thema schreiben.


Jeder, der schon einmal eine Kreuzfahrt gemacht hat, weiß, wie sehr auf Hygiene geachtet wird. Überall auf dem Schiff findet man Desinfektionsspender. Und die sind dafür da, um genutzt zu werden. Wenn man ein Schiff Virenfrei hat, ist es der sicherste Ort der Welt. Sobald so ein kleines Mistvieh ausbricht, verbreitet sich das in rasender Geschwindigkeit.

Dieses Thema haben in der Vergangenheit viele Gäste nicht verstanden.


Ich persönlich hatte Situationen, wo sich Gäste geweigert haben die Hände zu desinfizieren bevor sie das Restaurant betreten haben. Alle Erklärungen nützen nichts, sie haben halt empfindliche Hände und ich könne sie ja nicht zwingen. Das nicht, aber den Zugang zum Restaurant verweigern um eben andere Gäste zu schützen. Ihr könnt Euch vorstellen was dann diskutiert wurde.


Ich habe mich ehrlicherweise über diese Gäste immer aufgeregt. Meiner Meinung nach sollten sie auf die Kreuzfahrt verzichten. Seitens der Reedereien wird alles für die Sicherheit der Gäste getan, sich selber an die Regeln halten - für manche keine Notwendigkeit.

Um Euch mal einen kleinen Einblick zu geben was ein Virus-Ausbruch für die Crew bedeutet:


Zusatzschichten mit Desinfektion. Im schlimmsten Fall schichtweise zur Abdeckung eines 24 Stundenzyklus. Heißt, extremer zusätzlicher Aufwand für alle an Bord. Und dass, weil sich einige nicht die Hände desinfizieren wollen. Es kann immer mal zu solchen Situationen kommen, gerade wenn Gäste ein Virus von außen mitbringen. Im Falle dessen gibt es Konzepte, die erprobt sind und funktionieren. Wenn ich als Crew-Mitglied dann Desinfektionsmittel-Sondersschichten fahren muss, kann ich wenigstens von den Gästen erwarten, sich die Hände zu desinfizieren und mitzuhelfen diesen Mist so schnell wie möglich loszuwerden.


Schauen wir mal auf die aktuelle Situation. Hallo? Ich war überrascht, dass wir in den Medien aufgeklärt wurden wie wir uns die Hände zu waschen haben - ich bin bisher davon ausgegangen, dass das jeder kann. Als nächstes könnten wir dann mal lernen immer zu grüßen, das können auch manche nicht :) Gut, anscheinend kannte das noch nicht jeder. Apple bringt sogar mit dem nächsten -watch Softwareupdate einen automatischen "Handwaschtimer" mit. Hätte mir das jemand im Dezember gesagt, hätte ich an dessen Verstand gezweifelt.


Adaptieren wir die jetzige Situation mal auf ein Schiff. Ich persönlich wäre lieber auf dem Schiff als aktuell an Land. Warum? Weil ich die Hygienekonzepte kenne. Gehe ich heute einkaufen weiß ich nicht wann der Einkaufswagen das letzte Mal desinfiziert wurde. Auf dem Schiff kann ich mir sicher sein, das vor 5 Minuten da jemand drüber gewischt hat. Das ganze ist überspitzt dargestellt, ja. Natürlich muss man sich meiner Meinung nach von Buffetrestaurants wie man sie bisher kannte verabschieden. Vorlegen ist eine Möglichkeit. Geplante Essens-Zeiten sind eine Möglichkeit. Das würde auch das Gedränge 30 Minuten vor Restaurantöffnung verhindern.


Um die aktuelle Situation in den Griff zu bekommen, wäre es mehr als sinnvoll die Schiffe vorerst nicht mit voller Auslastung zu fahren wie man es den Medien ja teilweise entnehmen kann. Ich würde die Gäste jedoch auch mit in die Pflicht nehmen. Heißt, wer sich weigert die Hygienevorschriften einzuhalten, soll bitte zu Hause Urlaub machen. Denn eins wollen wir doch alle - den Urlaub auch genießen. Mit dem Blick aufs Meer. Ohne sich Gedanken machen zu müssen.

Es kann sich jeder sicher sein, die Crew gibt alles um den Gästen ein sicheres, schönes Urlaubserlebnis zu verschaffen. Auf die Mitarbeit sind aber alle angewiesen. Das gilt nicht nur für Corona-Viren die uns jetzt gerade zeigen, was in der Gesellschaft alles verkehrt läuft.


In diesem Sinne hoffe ich, dass wir uns bald wieder sehen auf den Schiffen dieser Welt.


Ahoi


Euer Tom

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