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  • Tom Kareto

2020 - und Corona hat alles verändert...

Aktualisiert: Juni 15



Dann fangen wir mal an...

Im Normalfall wäre ich jetzt irgendwo auf der Welt unterwegs. Kein Urlaub, ich dürfte dort arbeiten. Für eine Reederei aus Rostock. Ein Traumjob. Wäre da nicht dieses kleine, vielleicht aggressive, vielleicht harmlose (ich habe keine Ahnung, bin nämlich kein Virologe) Virus namens Corona.


Gut, ich hatte von einem Tag auf den anderen Zeit, viel Zeit. Also habe ich mir Aufgaben gesucht. Eine davon ist diese Seite. Geschrieben habe ich schon immer gerne, also warum nicht auch mal einen Blog versuchen. Sollte aber ordentlich aussehen, also musste diese Seite her. Nun ist es soweit, ich hoffe Euch gefällt es?


Ich werde ein wenig aus meinen Erfahrungen in der Tourismusbranche berichten die ich die letzten 15 Jahre sammeln konnte. Glaubt mir, es lohnt sich :)


Berge & Meer

Nicht nur die Kreuzfahrt hat mich geprägt, auch der Wintertourismus in den Bergen Österreichs war/ist eine schöne Erfahrung. Dazu aber später mehr.


Im November 2019...

war meine Welt noch in Ordnung. Meine größte Aufregung war in täglichen Kleinigkeiten des Schiffsalltags begründet. "Was heißt hier, es kommt Regen? Wir haben eine Poolparty geplant, fahr halt dran vorbei"...sowas halt. Es gibt ja für Gäste denen der Dampfer gehört nichts schlimmeres, als geplante Dinge umzuschmeißen. Der typische deutsche Gast braucht Sicherheit - auch im Urlaub. So cruiste ich mit knapp 620 tollen Kollegen und knapp 2000 Gästen in Süd-Ost Asien herum. Eine Wahnsinnstour. Man sieht so viel von der Welt, vor allem Wasser. Ich muss dazu sagen, mein Job an Bord bringt viel administrative Arbeit mit sich. Man sitzt also stundenlang im Büro. Auch an Landtagen. Um die Sicherheit zu jeder Zeit an Bord gewährleisten zu können, muss entweder mein Kollege oder ich an Bord bleiben. Einer kann also raus. Mit ein wenig Organisation und Absprache ist das aber keine große Sache.


In Singapur lagen wir immer Overnight. Mein Kollege wollte erst beim nächsten mal raus, also durfte ich los. Mein Traum war seit jeher: Einmal im Marina Bay Sands übernachten und oben im Pool chillen und den Ausblick über Singapur genießen. Das gönnte ich mir. Knapp 600 Euro kostete das Vergnügen, doch bei Traumerfüllung gibt es keine Grenzen, solange sie erreichbar sind.



Schön, oder?

Zurück zum Thema. Corona gab es nicht und meine Planungen für den Winter standen auch. In einem Monat geht es nach Österreich. Die Wintersaison wartet. Mit tausenden betrunkenen Ski- und Snowboardfahrern, die nur das Ziel haben sich mit viel Niveau volllaufen zu lassen. Auf Mallorca im Sommer ist das gleiche nur mit ganz wenig Niveau - und auch günstiger.

Der Abstieg vom Schiff im Dezember war wie immer sehr emotional. Man baut halt doch eine Art Beziehung zu seinen Kollegen auf. Anders als in einem Bürojob. Wir sind 24/7 zusammen auf kleinem Raum und erleben so viel gemeinsam. Und halt nicht nur die Telefonstörung im Büro. Aus genau diesem Grund habe ich die Kreuzfahrtarbeit auch so schätzen und lieben gelernt. Darauf werde ich definitiv noch einmal näher eingehen.


Zurück in Deutschland...

hatte ich noch 14 Tage Zeit bis es nach Österreich ging. Da ich in dieser Zeit auch noch einen Wohnungswechsel und meinen 40. Geburtstag vor mir hatte, war das zeitlich recht spannend. (40 schreibt man übrigens mit einer 2 am Anfang und einer 7 am Ende!) Nach vier Tagen in Deutschland hatte ich also schon keinen Bock mehr und wollte am liebsten los. Naja, muss man durch. Kurz vor Weihnachten bin ich dann nach Österreich gefahren. Und was soll ich sagen? Da war es wieder, das Gefühl von Freiheit. Das geben einem Berge nämlich auch. Und vor allem ist Österreich (außer Wien, Graz usw. ) nicht so verbaut wie Deutschland. Die Luft ist auch vergleichbar gut mit der auf dem Meer. Nicht so salzig, Ok.


In Österreich...

angekommen ging es erst einmal entspannt los. Hoch auf den Berg, rein in den Aprés-Ski Tempel auf 1700 Meter Höhe und schauen wie die Lage ist. Alles wie immer. Gäste sind gut drauf, die Kollegen auch, alle freuen sich auf eine tolle Saison. Richtig los geht es dann erst mit dem Jahreswechsel. Teils über 1000 Gäste in und außerhalb einer mittleren Schirmbar. Ein surreales Bild, was mich immer wieder fasziniert.


Alle haben nur ein Ziel-gute Laune und feiern. Der aufmerksame Leser erkennt die parallele zum Schiff. Auch da ist gute Laune das oberste Ziel. Dafür zuständig: Wir. Diejenigen, die sich bewusst dafür entschieden haben, anderen Leuten gute Laune zu vermitteln. Sei es durch Musik, Aufführungen, Animation, Cocktailmixen, Bier ausschenken usw.


Corona...

war eine Randnotiz in den Nachrichten. Man hörte von Wuhan. Und das da alles abgesperrt wurde. Was haben wir gelacht. Haha, guck mal die Chinesen.. leicht übertrieben, aber wenn man solche Dinge wie geröstete Fledermaus isst, muss man sich nicht wundern.

Die Party ging weiter. Unermüdlich. Jeden Tag. Vollgas. In allen Orten, nicht nur in Ischgl. Eigentlich lustig, dass Ischgl aus der Berichterstattung wahrscheinlich noch stärker hervor gehen wird als vorher schon. Wir werden sehen. Denn jeder will jetzt mal gucken wo das war.


Dann kam der März...

der alles veränderte. Es ging alles so schnell. Am 12. März bin ich quasi aus Österreich "geflüchtet". Ja, wirklich geflüchtet. Keiner konnte sagen ob die Grenzen aufbleiben, und ob man dann noch "rübermachen" kann. Eine geplante Großveranstaltung ab dem 13. März wurde Hals über Kopf abgesagt. Bühne, Technik usw. war alles schon am Berg - umsonst. Und auch sonst wurde plötzlich alles abgesagt. Also zumindest das, was bis Mitte April geplant war.

Also bin ich rüber nach Deutschland und 1000 Km nach Hause gefahren. Was kommt da nur auf uns zu waren meine Gedanken. Trifft es mich? Oder ein Familienangehörigen? Oder Freunde? Keine Ahnung. Die seit einer Woche stattfindenden Pressekonferenzen von Bundeskanzler Sebastian Kurz verhießen nichts gutes.


In Deutschland...

angekommen, wunderte ich mich. Denn hier war noch alles weitaus normaler. Erst nach zwei Tagen realisierte ich: Wow, Deutschland ist eine Woche HINTER Österreich. Das gab es noch nie. Wir machen uns doch immer über die Alpenrepublik lustig und deren ruhige Art alles anzugehen. Ich avancierte zum Hellseher, denn die Pressekonferenzen in Deutschland glichen den Konferenzen in Österreich auf Punkt und Komma. Nur das bei uns eine ältere Frau das sagen hat und kein junger Typ.

Ich habe also alle verrückt gemacht. Ich wusste ja was kommt. Bis auf die Sache mit den Kreuzfahrten... Das hatte ich nicht auf dem Schirm. Immerhin wäre ich ab Mitte April ja wieder auf dem Dampfer gewesen.


Naja...

Ihr wisst ja was passiert ist. Alle Kreuzfahrten weltweit wurden eingestampft. Also auch viele Jobs. Unter anderem auch meiner. Und so sitze ich seitdem zu Hause und warte auf den Tag an dem die Bundesregierung endlich sagt: Wir fangen wieder an. Und um meine Zeit zu vertreiben, werde ich jetzt blogger. In den nächsten Tagen werde ich hier einige Dinge schreiben, die Ihr schon immer mal wissen wolltet. Oder auch nicht. Vielleicht kann ich Euch hiermit aber etwas die Zeit vertreiben und das ein oder andere Mal gute Laune bereiten. Denn das ist mein Antrieb. Gute Laune. Für alle.


In diesem Sinne

bleibt Gesund und falls es Euch gefällt, teilt diese Seite bitte :) Vielen Dank vorab


Euer Tom


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