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  • Tom Kareto

über Vakuumtoiletten und 10 qm Wohnfläche

Aktualisiert: Juni 15


Wer auf einem Kreuzfahrtschiff anheuert, sollte sich bewusst sein: Es gibt dort vieles, aber keinen Platz. Das betrifft vor allem die Wohn-/Lebenssituation auf dem Schiff. Als Dj hast Du das Glück eine Kabine für Dich zu haben. Allerdings teilst Du Dir das Bad mit einem Nachbarn. Inklusive der Vakuumtoilette. Glück definiert sich dadurch nicht auf der Kabine zu sein und zu schlafen wenn der Nachbar das Bad nutzt. Dieses Geräusch der Toilette reißt jeden aus dem noch so schönsten Traum. Wuuuuuuusch. Wach. Ah, duschen geht er auch noch. Verdammt, ich muss auch. Jetzt heißt es warten. Ihr könnt Euch vorstellen was ich meine.


Zur Größe der Kabine. Stell Dir Dein zu Hause vor. Du bewegst Dich aus dem Bett und stehst sofort vor der Haustür. So ungefähr kann man ein Bild davon bekommen. Wenn Du ganz viel Glück hast, darfst Du sogar durch ein Bullauge herausschauen. In den meisten Fällen hast Du aber eine Innenkabine - Nacht für immer. Nur künstliches Licht. Du nennst 2 Schränke Dein eigen und ein Waschbecken welches in einem Schrank platzsparend verbaut ist. Dazu muss man sagen, man nimmt ja nicht viel mit. Eigentlich reist man mit Gepäck als würde man 14 Tage in den Urlaub fahren. Und dafür reicht es. In der Kabine ist man eh nur zum schlafen und duschen. Und ab und zu mit 3-4 Kollegen um den Abend ausklingen zu lassen :))


Das faszinierende ist: Viele Gäste sind extrem neugierig wie wir "da unten" im Crewbereich leben. Ich kann Euch sagen: Euch gehts besser. Ihr habt Farbe auf den Fluren, schöne Kabinen, vielleicht einen Balkon aber zumindest mehr Platz als die meisten von der Crew. Bei uns ist alles in weiß gehalten. Wie auf einem Schiff halt üblich. Und es versprüht einen eigenen Charme. Den glaube ich kein Crewmitglied ändern möchte. Denn genau das gehört dazu.


Zu meiner Anfangszeit habe ich mit einem Kollegen zusammen auf einer Doppelkabine gelebt. Wie in der Jugendherberge. Es ist nicht jedermanns Sache, aber wenn man sich dann auch noch untereinander versteht, die lustigste Zeit seines Lebens. Missen möchte ich das nicht. Ich wette aber, dass die Hälfte der Leser das nicht einen Tag aushalten würde. Man muss das mögen und kompromissbereit sein. Aus der Zeit hat sich eine Freundschaft entwickelt die bis heute anhält. Denn wir haben da alles erlebt.

Er hatte immer Angst, dass ein Körperteil in der Vakuumtoilette abgerissen wird.. Ob die Sorge berechtigt war, habe ich nie kontrolliert. Ich kann nur sagen, es war immer ein Highlight ihn vor Panik schreien zu hören, weil wieder was im Wasser hing. :)) Wer sich hier angesprochen fühlt: Es passiert nichts , keine Sorge. Frauen haben das Problem eh nicht... :)


LG Tom





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